Wohnen im Alter.
Sehr oft kommt es vor, dass ich bei Kunden den persönlichen Wohnraum optimiere. Die Gründe sind verschieden.
Die Fragen die mir hierzu immer wieder gestellt werden:
Warum machen das diese Menschen nicht selbst?
Nun, dass kann verschiedene Gründe haben.
Zum einen haben sie oft nicht die Zeit sich darum zu kümmern.
Manche haben keine Lust und sind damit überfordert.
Und manche Kunden können es aus körperlichen Einschränkungen nicht tun.
Die Senioren, sie werden älter und Handgriffe die jahrzehntelang gut funktioniert haben, sind plötzlich nicht mehr möglich.
Es zwickt und zwackt. Sie können sich nicht mehr so strecken wie früher und auch das Stiegen steigen fällt plötzlich schwer. Wenn Menschen älter werden, ist es sinnvoll die Lebensbereiche an ihr Alter anzupassen, damit ein selbstbestimmtes Leben auch auf lange Sicht möglich ist.
Die Handgriffe müssen sitzen, die Wege sollen kurz und barrierefrei sein- kurz gesagt: auch hier darf es leicht gehen, wie ich immer wieder sage.
Dinge, die lange Zeit eine Berechtigung hatten gilt es nun in Frage zu stellen.
Werden tatsächlich noch vier Dauenendecken gebraucht, wenn eine Person alleine im Haus lebt?

Selbstbestimmt zu leben ist auch alten Menschen sehr wichtig, sie wollen ihren Kindern nicht zur Last fallen. Hilfe anzunehmen fällt oft schwer und sind wir ehrlich: die Kinder sind auch nicht immer da und haben nicht immer Zeit.
Also müssen die Lebensräume neu optimiert werden, um ein gefahrloses und angenehmes Leben wieder möglich zu machen.
Ich war letztens bei einer Dame um die 80. Wegen einer schmerzhaften Wirbelsäule und einem kaputten Knie konnte sie nicht mehr so gut in ihren Keller gehen um ihre Vorräte aus dem Tiefkühlschrank zu holen. Die Sitauation hatte sich über die Feiertage zugespitzt, die Schmerzen wurden immer schlimmer und ihre gesamte Lebenssituation war nicht mehr so wie gewollt.
Wir planten eine Wohnraumoptimierung. Ein guter Platz für die Tiefkühltruhe war rasch gefunden. Der Vorratsraum hätte sich angeboten. Allerdings wäre dafür eine größere Umbau- und Entrümpelungsaktion nötig gewesen. Auch neue Regale müssen dafür angeschafft werden.
Da allerdings eine Akuthilfe nötig war, haben wir eine Übergangslösung gefunden, die wir in nur zwei Stunden umgesetzt haben.
Im Gästezimmer wurde ein Schrank ausgeräumt und umgestellt und so war kurzfristig ein Platz für den Tiefkühlschrank gefunden.
Wir waren uns bewusst, dass das hier nur eine „Erste Hilfe Maßnahme“ war, für die Zukunft wird der Vorratsraum den optimalen Platz für die Tiefkühlvorräte bieten. Da aber Akuthilfe nötig war, um das Leben der Dame SOFORT zu erleichtern, haben wir das Projekt vertagt bis die Dame schmerzfrei ist und wir dann in späterer Folge Zug um Zug weitere Bereiche optimieren um die ganze Wohnung seniorengerecht zu gestalten.
Die Wege kürzer zu machen um die Lebensqualität so lange als möglich zu erhalten. Das ist mein Ziel und auch das Ziel meiner Kundin.
Neue Plätze zu finden, das ist das Ziel bei einer Wohnraumoptimierung. Keine weiten Wege gehen zu müssen und mit einem Griff, das passende Ding bei der Hand zu haben, etwas das für meine jüngeren aber besonders für die betagteren Menschen sehr wichtig ist. Hin und wieder kommt auch eine gewisse Vergesslichkeit dazu und gerade hier ist es wichtig die fixen Plätze zu definieren, damit alles an dem richtigen Platz ist.
Das ist wichtig um das Wohnen im Alter angenehm und lebenswert zu gestalten. Hier findet sich noch ein Artikel zu dem Thema: Sicheres Wohnen im Alter .
