Wozu einen Ordnungscoach?

Und die Frage ist auch berechtigt. Es gibt viele, bei denen alles bis ins letzte Detail strukturiert ist. Es gibt aber auch die (und das ist ein gar nicht so kleiner Teil der Menschen), die ordentlich und aufgeräumt sind, ABER: es gibt so gewisse Stellen in der Wohnung oder im Büro, die stören. Stören, weil man nicht zu seinen persönlichen Dingen kommt, weil immer etwas vor dem Schrank steht. Oder man kommt nur sehr schwer dazu, weil es hoch oben am Schrank steht und ohne Leiter ist es fast unmöglich hinzukommen. Also lässt man es gleich.

Ja, wozu einen Ordnungscoach? Wenn es eigentlich eh nicht so unordentlich ist. Man hat vielleicht einige Ecken, wo Verbesserung nötig wäre, aber deswegen jemanden ins Haus kommen lassen? Das Büro zum Beispiel, etwas ungeordnet und man muss während der Arbeit unzählige Male den Arbeitsplatz verlassen. Aber deswegen fremde Hilfe annehmen???

Und hier komme ich ins Spiel. Ich sehe diese „Baustellen“ und Probleme und bei einem gemeinsamen Aufräumcoaching lösen wir sie.

Letzens hat mich eine Personal Trainerin kontaktiert: ihr Vorzimmer ist ein sogenannter „Hot-Spot“, soll heißen, dort ist es immer unordentlich. Ihre ganze Trainingsausrüstung lagert dort, weil die Sachen ständig gebraucht werden, aber nirgends richtig Platz dafür ist.

Die Wohnung präsentierte sich sehr aufgeräumt, bis eben auf das Vorzimmer. Wenn ich zu einem Kundentermin komme, mag ich aber alles sehen… Es ist auch nicht so, dass ich an den Ort des Geschehens komme und sofort ein Konzept im Kopf habe. Weil ich anfangs auch nicht weiß, was wir denn alles weggeben.

Gewöhnlich beginnen wir auszusortieren und nach ungefähr einer halben Stunde habe ich den „Herd“ gefunden…

Im Fall der Trainerin waren es, unter anderem, zum einem eine Unzahl an Kochheften. Geordnet im Schrankraum unter dem Hochbett. Von mir kamen dann noch Fragen wie: „und jedes Mal, wenn du kochst, gehst du ins Schlafzimmer und suchst dir im Schrankraum ein Rezept heraus?“ Natürlich nicht, aber: so bringe ich meine Kunden in die gewünschte Richtung.

Die Augen zu öffnen und zu sensibilisieren.

Im Laufe unserer Arbeit fielen uns auch Ordner aus ihrer Studienzeit in die Hände. Und Unterlagen aus dem erlernten „Brotberuf´“. Der seit 3 ½ Jahren nicht mehr ausgeübt wird, weil die Kundin mittlerweile ihre wahre Berufung gefunden hat.

Also wurden auch diese Unterlagen großzügig aussortiert. Ein paar wichtige Unterlagen durften bleiben und wurden auch entsprechend verstaut.

Und so wurde es im Lauf unserer drei Ordnungsstunden plötzlich luftig und leer im Schrankraum. Es wurde Platz für die Dinge gefunden, die jetzt gerade wichtig sind: Die Trainingsgeräte, Flyer und Unterlagen. Rucksäcke und diverses Equipment, das nun nicht mehr im Vorzimmer am Boden lagert, sondern einen eigenen Platz im Schrankraum hat.

Wir haben dann gemeinsam noch einige Umgestaltungsmöglichkeiten besprochen, die für die Kundin passen.

Ich räume nicht um, dass es für mich passend ist. Sondern für meine Kunden.

Das ist einer der wichtigsten Aspekte bei meiner Arbeit: es muss für den Kunden perfekt sein.

Es muss nicht für mich gut sein, sondern für denjenigen, der in der Wohnung lebt, beziehungsweise der in diesem Bereich arbeitet.

Und in diesem Fall waren wir am Ende beide hochzufrieden.